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Kolumne Mai 2017:

"Alles neu"

Gibt es einen Monat mit mehr Weisheit? Dass der Mai so viel neu macht, ist meine liebste Kalenderweisheit:

Alles neu macht der Mai
macht die Seele frisch und frei,
kommt heraus, lasst das Haus,
windet einen Strauß!
Rings erglänzte Sonnenschein,
duftend prangen Flur und Hain,
Vogelsang, Hörnerklang
tönt den Wald entlang.

Hermann Adam von Kamp, von Beruf Lehrer, hat dieses Kindergedicht 1818 ver-fasst. In diesem Jahr vor fast zwei Jahrhunderten bekommt Bayern eine neue Ver-fassung, Preußen schafft sich per Gesetz einen zollfreien Binnenmarkt, es entsteht die Tabelle mit den Atomgewichten – und an Weihnachten wird zum ersten Mal „Stille Nacht“ gesungen.

Derweil nimmt der Schulmeister aus Broich nahe Mülheim an der Ruhr uns mit ins Grüne. Endlich sind die Aprilwetter vorbei, man muss sich nicht mehr daheim ver-kriechen, weil es draußen zu ungemütlich ist. Dass ein sonniger Spaziergang das Gemüt erfrischt und die Gedanken befreien kann, dieses Wissen teilt Kamp mit eini-gen großen Philosophen seines Jahrhunderts. In Gedanken wandern wir durch eine Natur voller Leben: Vögel singen, was sie bekanntlich besonders gerne am Abend und am Morgen tun. Hörner begleiten eine Jagd. Es geht durch den Wald und über sonnige Wege. In der folgenden Strophe durchschreiten wir Felder und Haine, hören sprudelnden Quellen zu und sehen Familien auf dem weichen Moos vom Spaziergang ausruhen. Und die gute Laune unterwegs ist ansteckend, wie die letzte Strophe des Liedes verkündet: „Hier und dort, fort und fort, wo wir ziehen, Ort für Ort, weit und breit, alles freut sich der schönen Zeit. Stimmet Jubellieder an! Singe jeder wie er kann: Alles neu, frisch und frei macht der holde Mai.“

Es ist Ansichtssache, ob wir auch 199 Jahre später wieder in einer Zeit leben, in der wir frohgemut in das Neue aufbrechen, das vor uns liegt, nachdem die „Nacht des Winters“ vorüber ist. Die allgemeine Stimmungslage scheint mehr von Zögern und Unsicherheit beherrscht. Aber worauf warten wir? Im christlichen Glauben sind seit Ostern die Segel gesetzt, in ein neues Leben in der Gewissheit der Auferstehung aufzubrechen. Und auch die Natur, Gottes gute Schöpfung, macht es uns vor, in ihr dominiert mit dem Grün die Farbe der Hoffnung.

Von Hermann Adam von Kamp mag man auch lernen, dass man besser zu zweit aufbricht als alleine. Sein Lied ist die direkte Aufforderung, uns an der Hand mitnehmen zu lassen. Indirekt ermutigt es uns zugleich, selbst die Hand auszustrecken und auch andere ins Hoffnungsgrün mitzunehmen, die vielleicht noch zögerlich auf dem Boden ihrer Tatsachen sitzen. Womöglich wartet an der nächsten Ecke ein Mensch, dem nur noch unser Impuls zu einem belebenden Wonnemonat Mai gefehlt hat?

  Pfarrer Dr. Stefan Koch 

Veranstaltungen:
Das ist doch irre

Saimeh
Dr. Nahlah Saimeh: „Das ist doch irre!?“

Forensisch-psychiatrische Anmerkungen zur Psychologie extremistischer Gewaltbereitschaft

So mag mancher sich fragen, angesichts heutiger Gewalttaten und -exzesse. Sie sind schon fast alltäglich geworden: Bilder von Anschlägen extremistischer Gewalttäter in und außerhalb von Europa.
Im Versuch, uns vorzustellen, was im Kopf eines solchen Gewalttäters vor sich geht, möchten wir uns nur zu gerne mit der Feststellung schützen: „So jemand müsse doch irgendwie gestört sein.“
Die gezielte Tötung vieler unschuldiger Menschen erscheint so fern unserer eigenen Werte und Normen, dass wir terroristischen Gewalttätern gerne eine abnorme Persönlichkeit unterstellen. Doch: Terrorismus zu psychiatrisieren heißt, ihn zu bagatellisieren, und ein politisches Problem zum medizinischen zu erklären.
Dies ist eine der Kernthesen von Dr. Saimeh, einer der führenden forensischen Psychiaterinnen Deutschlands.
Der Vortrag möchte die Vielfalt freier, aufgeklärter Gesellschaften verdeutlichen. Wie kann diese Komplexität angesichts zunehmender extremistischer Tendenzen noch gelebt werden? Und wo laufen freiheitliche Strukturen und Werte angesichts der Radikalisierung Gefahr, sich zunehmend aufzulösen?

Mittwoch, 3. Mai 2017, 20 Uhr im Gemeindesaal
Eintritt: 7€ | Mitglieder 5€

Veranstaltungen:
Luthers Lust und Liebe

Luthers Lust und Liebe
zum Vergrößern Bild anklicken

„Luthers Lust und Liebe“
Szenische Textcollage für zwei Schauspieler
von Cornelia Bernoulli
Luther privat. Eine Theatercollage rund um die 500 Jahre alte ungewöhnliche Liebesgeschichte
zwischen Martin Luther und Katharina von Bora. Originalzitate werden mit
fiktiven Dialogen gemischt. Die beiden Schauspieler Ernst Matthias Friedrich und Cornelia
Bernoulli nähern sich der Beziehung zwischen dem berühmten Mönch und der fast so
berühmten Nonne spielerisch, ungeniert und ganz aus der Gegenwart heraus an. Die
Entdeckung von Liebe und Lust in Zeiten der Reformation.
„Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“, „im Dunkeln tappen“, „auf Messers
Schneide“ und der „Denkzettel“... So kraftvoll und bildhaft ist Luthers Sprache, dass sie
auch heute noch präsent ist. Packend und rührend zugleich ist auch, wie Martin Luther
und Katharina von Bora sich näher kommen. Wie veränderten sich die Vorstellungen von
Liebe und Frauen, als der Reformator die Ehe mit der ehemaligen Nonne einging? Wie
sahen seine Zeitgenossen ihn und die Lutherin? Welche gesellschaftlichen
Veränderungen kamen in dieser Ära für die Frauen in Gang? Und was erlebten Luthers
Mitstreiter Philipp Melanchthon und Georg Spalatin oder der Zürcher Reformator Huldrych
Zwingli mit der Liebe?
Aus heutigem Blickwinkel machen sich die beiden Schauspieler auf eine kurzweilige
Zeitreise und testen, wie sich für Martin Luther und seine Käthe die Lust aneinander und
die Liebe zueinander angefühlt haben könnte. In diesem Programm zwischen szenischer
Lesung, Live-Hörspiel und Theatercollage entsteht das Porträt einer berühmten und
modellhaften „Beziehungskiste“ des 16. Jahrhunderts. Wiedererkennungsmomente im 21.
Jahrhundert nicht ausgeschlossen.
Weil Luther die „Musica“ ebenso hoch schätzte wie die Liebe, wird das Programm mit
Liedern abgerundet. Arrangement der Musikstücke: Bruno Hetzendorfer.
Gruppen und Kreise:
Ökumenisches Frauenfrühstück Söcking
Frühstück green city 5 Mai 2017

Tageslosung für:

Sonntag, 30. April 2017
Miserikordias Domini (Die Erde ist voll der Güte des HERRN. Psalm 33,5)
Der HERR dachte an uns, als wir unterdrückt waren, denn seine Güte währet ewiglich.
Wenn euch der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.

Lutherbibel 2017 als App

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Das Erscheinen der revidierten Lutherbibel 2017 ist einer der großen Höhepunkte des Reformationsjubiläums 2016/17. Zu diesem Anlass verschenkt die Evangelische Kirche in Deutschland in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bibelgesellschaft für ein Jahr die revidierte Lutherbibel 2017 als App. Sie können sie für Android und iOS in den jeweiligen AppStores herunterladen. Näheres finden Sie auf der Seite der Deutschen Bibelgesellschaft

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